Neugestaltung Stadtraum Haselstrasse, Baden

Ein verbindendes Rückgrat für das Quartier – ein Ort mit Geschichte, dessen verlorene Qualitäten behutsam freigelegt und neu zum Leuchten gebracht werden.

Der Strassenraum wird neu aufgeteilt: eine reduzierte Geschwindigkeit beruhigt das Verkehrsgeschehen, schafft Sicherheit für alle und macht den Raum wieder erlebbar. Velofahrende bewegen sich auf einer durchgehenden, komfortablen Infrastruktur, der Fussverkehr gewinnt mehr Platz und sichere Querungsmöglichkeiten. Die Strasse bleibt zugleich eine wichtige Achse für den motorisierten Individualverkehr, den Anlieferungsverkehr und die Buslinien, eingebettet in ein Umfeld, das sich an einem verträglichen Miteinander orientiert.

Entlang des Kurparks reihen sich stille Orte des Verweilens, eingebettet in artenreiche Staudenpflanzungen, wo Bienen summen und Hummeln brummen. Die Oelrainterrasse öffnet den Blick in die Weite und fängt das Licht des Morgens wie des Abends ein. An der Haselstrasse Ost kehren die Vorgärten zurück, schenken den Wohnbauten wieder Adresse und Raum zur Aneignung – für Menschen ebenso wie für Insekten und Vögel, die in Fugen und Kies ihre Nischen finden. Das Wasser sucht seinen Weg zum tiefsten Punkt, in die Mulde im ‚Plätzchen‘, die zugleich Retentionsraum und stiller Aufenthaltsort ist. Vor dem Kino Royal wird der Sommer mit einem Feierabendbier begrüsst, während entlang der Strasse kleine Sitzorte zu Pausen einladen – auch für jene, die langsamer unterwegs sind. Im Westen gewinnt das Gewerbe an Vorland, an Präsenz und Lebendigkeit; eine gemischte Baumreihe verbindet, gliedert und verwandelt den Strassenraum in eine grüne Sequenz. So wächst ein lebendiger, durchgrünter Stadtraum – die VIA VIVA von Baden.

Attraktiver Freiraum für alle

Durch die Aufwertung wird die Haselstrasse neu belebt und entwickelt sich neben ihrer Funktion als lineare Verkehrsverbindung zu einem Aufenthalts- und Begegnungsraum für alle Generationen. Den publikumsorientierten Erdgeschossnutzungen (Abschnitt West) wird durch die Erweiterung des Vorlandes die Möglichkeit gegeben, in den Freiraum zu wirken – etwa mit Tischen und Stühlen, Auslagen oder Werbestelen.

Entlang der Strasse entstehen punktuell Kleinstplätze mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten. Entlang des Kurparks, nach Süden ausgerichtet, laden Sitzmöglichkeiten inmitten einer attraktiven Vegetation zum Verweilen ein. Analog der Parkstrasse wird die Sockelmauer als Parkabschluss vor die bestehenden Bäume gesetzt. Die gegenüberliegenden gemeinschaftlichen Vorgärten können angeeignet und individuell genutzt werden.

Die Terrasse am Oelrain bietet Weitsicht, einen Blick in die Morgensonne und einen Ort für Treffen am Abend. Der Mikroplatz schafft Raum für gemeinsames Boulespiel und informelle Begegnungen. Auch das ehemalige Kino Royal, heute ein Kulturlokal erhält ein erweitertes Vorfeld, eine klarere Adresse und die Möglichkeit für eine Aussenbestuhlung.

Die Verkehrsführung im Projektperimeter wird so organisiert, dass sichere, verständliche und möglichst direkte Verbindungen für alle Verkehrsteilnehmenden entstehen. Die Führung orientiert sich an den wichtigsten Bewegungsbeziehungen im Gebiet sowie an der Funktion der einzelnen Strassenraumabschnitte.

Projektangaben
Studienauftrag: 2026, 1. Rang

Bauherrschaft: Stadt Baden
Verkehrsplanung: Kontextplan, Bern
Bauingenieurwesen: Kissling + Zbinden, Bern

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Baufeld F Horw == 2. Rang